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Am Sonntagabend des 30.06.2019, kurz vor 21 Uhr, erreichte dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein Hilfeersuchen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, wo an diesem Tag wegen eines verheerenden Waldbrandes bereits der Katastrophenalarm ausgelöst werden musste. Zu diesem Zeitpunkt brannte auf einem munitionsbelasteten Waldboden eine Fläche von ca. 286 ha – schnell zunehmend!
Heiko Kärger (CDU), Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte, hatte sofort und unverzüglich die Hilfe durch den 1. erweiterten Löschzuges des Katastrophenschutzes der Mecklenburgischen Seenplatte zugesagt, so dass bereits am 01.07.2019 Uhr kurz nach Mitternacht insgesamt 42 Kamerad*innen aus den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, die sich im Katastrophenschutzes des Landkreises engagieren, zur Unterstützung bei der Waldbrandbekämpfung nach Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) alarmiert werden konnten. Hier brannte jetzt eine Fläche von über 415 ha!

Am gemeinschaftlichen Treffpunkt auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Neuendorf wurden die Einsatzkräfte bereits vom Vorstandsvorsitzenden und Kreisbrandmeister des Kreisfeuerwehrverbandes Mecklenburgische Seenplatte, Norbert Rieger, dem Leiter der Brandschutzdienststelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Sebastian Buse und ihrem Zugführer des Löschzuges, Holger Kohl, in Empfang genommen.
Nach einer Einweisung in das Einsatzgeschehen durch den Kameraden Sebastian Buse und des Kreisbrandmeisters Norbert Rieger, machten sich die Einsatzkräfte mit 10 Einsatzfahrzeuge auf dem Weg nach Lübtheen. Mit dabei auch der stellv. Kreisbrandmeister Stephan Drews.

Gegen 6 Uhr traf der Löschzug am Feuerwehrgerätehaus Lübtheen ein, wo sich jeder erst einmal Stärken konnte. Wenig später ging es dann auch schon los zur Ablösung der Einsatzkräfte. Hierzu wurde der Löschzug der Seenplatte aufgeteilt, erhielten weitere Unterstützungen aus anderen Feuerwehren und begaben sich zu den Einsatzabschnitten nach Alt Jabel und nach Trebs.
Während bei der Ortschaft Alt Jabel bereits mit allen möglichen Kräften und Technik gegen das verheerende Feuer gekämpft wurde, musste am Montag auch der kleine Ort Trebs evakuiert werden, denn auch hier kamen die gefährlichen Flammen immer näher.

Mit über 86 Frauen und Männer aus den verschiedenen Feuerwehren und 19 Einsatzfahrzeuge wurden die bereits stationierten Einsatzkräfte abgelöst und nach einer kurzen Einsatzbesprechung stand die Aufgabe um den Schutz von Trebs ganz oben auf dem Plan. Hierzu wurden die bestehenden Schutzmaßnahmen mittels einer Riegelstellung am Ortsrand weiter ausgebaut.
Über eine Länge von über 2 Kilometern musste aus einem See heraus eine doppelte Löschwasserversorgung aufgebaut werden, die zum einen den 50.000 Liter fassenden Behälter auf einem Feld und zum anderen den mitgebrachten 5.000 Liter fassenden Faltbehälter mit Löschwasser versorgten. Um über so eine große Entfernung die Wasserversorgung zu gewährleisten, kamen auch mehrere tragbare Pumpen wie auch Fahrzeugpumpen zum Einsatz. Aus dem gleichen Badesee wurden auch die Traktoren und die Hubschrauber der Bundespolizei und der Bundeswehr mit Löschwasser versorgt, die stetig den ganzen Tag den Feldrand wässerten und den Waldbrand bekämpften.
Die Brandfläche stieg weiter auf über 600 ha an!

Gegen 19:00 Uhr wurde der Katastrophenschutzzug der Seenplatte von neuen Einsatzkräften abgelöst und anschließend ging es zur Bundeswehrkaserne nach Hagenow, wo sie in der Sporthalle mit weiteren Einsatzkräften über Nacht etwas Ruhe fanden.
Nach dem Frühstück in der Bundeswehrkaserne ging es erst einmal wieder zur Sammelstelle bei der Feuerwehr Lübtheen, bevor sie dann erneut mit dem ganzen Löschzug nach Trebs ausrückten, um auch hier die Einsatzkräfte abzulösen.

Einsatzaufgaben waren erneut der Schutz von Trebs und die Aufrechterhaltung der Löschwasserversorgung. Auch die Bundeswehr und Bundespolizei verstärkte am Dienstag mit ihren Hubschraubern die Waldbrandbekämpfung, welche sich aber jetzt vermehrt bei Trebs befand. Später rückten dann auch mehrere Bundeswehrpanzer und Wasserwerfer der Bundespolizei an. Gegen 17:00 Uhr wurde der gesamte 1. erweitere Löschzug des Katastrophenschutzes des Landkreises MSE von neuen Kräften aus dem Landkreis Goslar abgelöst und nach deren Einweisung konnte einige Zeit später auch der Heimweg antreten werden.

Bereits am Mittwochvormittag engagierten sich wieder unsere Einsatzkräfte des Katastrophenschutzzuges mit der Widerherstellung der Einsatzbereitschaft. So mussten die Feuerwehrfahrzeuge wieder mit neuem Einsatz- und Schlauchmaterial, welches für den Einsatz vor Ort verbleiben musste, bestückt und die Fahrzeuge gereinigt und gewaschen werden.

Ein großes Dankeschön geht an alle haupt- und ehrenamtlichen Frauen und Männer der zahlreichen Hilfs- und Rettungsorganisationen (Feuerwehr, Polizei, THW, DRK, Johanniter etc.) und der Bundeswehr. Aber auch an die viele Unterstützung aus der Bevölkerung und von den Unternehmen, die die Einsatzkräfte mit Getränke und Verpflegung versorgten. Den Arbeitgebern gilt ebenso ein großes Dankeschön, dass sie ihren Mitarbeitern problemlos für den Einsatz frei stellten.

Thomas Junge
Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte

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