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Was bedeutet Kameradschaft in der Feuerwehr? Mit dieser Frage eröffnete der Dozent Dipl.-Päd. Volkmar Suhr die Vorstellungsrunde des Führungskräfteseminars „Mobbing: hinsehen, handeln, vorbeugen“ des Landesfeuerwehrverbandes Mecklenburg-Vorpommern, welches am 29. August 2020 im Jugend- und Schulungszentrum FTZ Neuendorf stattfand.

21 Kameraden*innen aus dem Bereich (Jugend-)Feuerwehr und den Kindergruppen der Feuerwehren des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte folgten der Einladung zu diesem brisanten, aber doch sehr wichtigem Seminar zum Thema Mobbing. Unter den Teilnehmern waren auch der Kreiswehrführer und Vorstandsvorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes MSE, Norbert Rieger, sowie der stellv. Kreisjugendwart Henry Wagemann. Zusammenhalt, Teamgeist, Freundschaft, Geborgenheit und Vertrauen zählten zu den meisten Punkten, die den Teilnehmern in der Feuerwehr am wichtigsten sind und für Kameradschaft sorgen.

Mobbing? Oder doch nur ein Konflikt zwischen zwei Personen? Welche Anzeichen sind zu erkennen? Was ist Mobbing und welche Arten gibt es? Mit diesen und noch weiteren Fragen befassten sich die Teilnehmer an diesem Samstag. Weiterhin sollte es ihnen auch Konflikthandhabungsstile aufzeigen, wie auch ihre Führungskompetenzen stärken. Dazu wurden gemeinsam und in Gruppenarbeiten Fallbeispiele, Leit- und Handlungshilfen bearbeitet und durchgesprochen.

„Mobbing ist ein vielfältiges Thema!“, so der Kreiswehrführer und pensionierte Polizeibeamte, der damit schon einige Erfahrungen, unter anderem durch seine Arbeit bei der Polizei, machen konnte.
Können Anzeichen eines Konfliktes zwischen zweier Personen noch gemeinsam geklärt werden, sieht die Handhabung bei Mobbing ganz andere Handhabungen mit sich! Jedoch besteht bei Mobbing auch die große Gefahr, gerade bei Kindern, dass aus Mobbing eine Kindeswohlgefährdung entsteht und deshalb muss schon bei den ersten Anzeichen von Mobbing gehandelt werden! Das rund um die Uhr! Darauf waren sich auch alle Anwesenden einig!
Sollte es zu einer Kindeswohlgefährdung werden, ist sofort professionelle Hilfe zu suchen! Diese kann auch in der Broschüre „Kinderschutz“ des Kreisfeuerwehrverbandes/Kreisjugendfeuerwehr und des Jugendamtes des Landkreises MSE nachgelesen werden.

War es bei den “Mobbern“ bisher nur Langeweile und Neid, muss man heute viel tiefer suchen. So ist Mobbing auch in den eigenen Familien kein Fremdwort mehr. Meist herrscht auch hier der Neid untereinander und fehlenden Konfliktlösungsstrukturen in den Familien, die Weitergabe von selbst erlittenem Unrecht oder aus einer psychischen Störung heraus. Aber auch eine zu autoritäre Ausbildungsstruktur in den (Jugend-)Feuerwehren kann vermehrt zu Mobbing führen.
Erschreckende Zahlen gibt es bei der Häufigkeit! Statistisch gesehen ist bereits jede/r siebte Schüler/in betroffen, wobei 4% der Schüler*innen besonders schwer (tägl./mehrmals/Woche) gemobbt werden und hier Mädchen wie Jungen als Täter und Opfer auftreten.

Lieder gibt es im Mobbing auch immer wieder neue Methoden. Beim “Happy Slapping“ filmen Täter ihre Opfer während sie geschlagen oder gedemütigt werden und stellen diese Videos anschließend ins Internet bzw. leiten es an Freunde/Bekannte weiter. Diese Art ist oft ein Mobbingprozess, kann aber strafrechtlich geahndet werden. Eine weitere Art ist das sogenannte “Sexting“! Hier werden selbstproduzierte, freizügige Aufnahmen mittels Computer und/oder Smartphone erstellt, versendet und empfangen. Aber das im Rahmen des “Sexting“ entstandene Material wird auch oft für Mobbing genutzt.
Mobbing kann bei den Opfern weitreichende und tiefe Folgen mit sich führen! Neben der Entwürdigung und der Bloßstellung leiden nicht nur das Selbstvertrauen wie auch die psychische und physische Gesundheit, es droht im schlimmsten Fall auch ein Suizid(-versuch)!

Um das weitreichende, tiefgründige und vielschichtige Thema Mobbing mit all seinen Gefahren auch in den (Jugend-)Feuerwehren und Kindergruppen der Feuerwehren bekannt zu machen, müssen auch regelmäßige Präventionsmaßnahmen stattfinden. Auch hier waren sich im Anschluss des Seminars alle Teilnehmer einig und bedankten sich beim Trainer Volkmar Suhr für das gelungene und aufschlussreiche Seminar – Eine Empfehlung für alle Führungskräfte in den (Jugend-)Feuerwehren und Kindergruppen der Feuerwehren.
Dankende Worte an den Trainer wie auch an alle Teilnehmer fand ebenfalls der stellv. Kreisjugendwart Henry Wagemann, selten war ein Seminar so gut besucht wie dieser.

Thomas Junge
PÖA Kreisjugendfeuerwehr
Mecklenburgische Seenplatte

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